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Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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Nun, meinte Eliza betrübt,ich habe immer gedacht, daß ich meinem Herrn und meiner Herrin gehorchen müſſe, ſonſt kann ich keine Chriſtin ſein.

In Deinem Falle liegt etwas Vernünftiges darin. Sie haben Dich er⸗ zogen wie ein Kind, Dich genährt und gekleidet, Nachſicht mit Dir gehabt und Dich unterrichtet, ſo daß Du eine gute Erziehung beſitzeſt das iſt ſchon ein Grund zu Anſprüchen auf Dich; aber ich bin mit Füßen getreten und geſchlagen und mit Verwünſchungen überhäuft und im beſten Falle nur unbeachtet ge⸗ laſſen worden. Und was bin ich ihm ſchuldig? Ich habe meinen Unterhalt wohl hundertfach bezahlt; ich will es nicht ertragen, nein, ich werde es nicht! rief er zornig die Hände ballend.

Eliza zitterte und ſchwieg. Sie hatte ihren Gatten noch nie in dieſer Stimmung geſehen und ihre ſinfte Sittenlehre ſchien in den Wogen ſolcher Leidenſchaften wie ein Rohr zu ſchwanken.

Du erinnerſt Dich noch des armen kleinen Carlo, den Du mir gegeben f haſt, fügte George hinzu;das Thierchen iſt der ganze Troſt geweſen, den ich gehabt habe. Es hat des Nachts bei mir geſchlafen und iſt mir des Tags gefolgt und hat mich angeſchaut, als ob es verſtehe, was ich fühlte. Nun, einſt fütterte ich es mit einigen Abfällen, die ich an der Küchenthür aufgeleſen hatte und der Herr kam dazu und ſagte, daß ich es auf ſeine Koſten füttere und daß er es nicht beſtreiten könne, daß jeder Nigger ſeinen Hund halte, und befahl mir, ihm einen Stein an den Hals zu binden und es in den Teich zu werfen. O George, Du haſt es doch nicht gethan? Es gethan? ich nicht, aber er that es der Herr und Tom warfen das arme ertrinkende Geſchöpf noch mit Steinen. Das arme Ding! es blickte mich ſo trübſelig an, als ob es ſich wundere, weshalb ich es nicht rette. Ich mußte eine Tracht Schläge hinnehmen, weil ich es nicht ſelbſt thun wollte. Ich machte mir nichts daraus. Der Herr wird ausfindig machen, daß ich Einer von denen bin, die ſich nicht durch Schläge zähmen laſſen. Mein Tag wird noch kommen, ehe er es ſich verſieht.

kWas willſt Du thun? o George thue nichts Böſes, vertraue auf Gott

und verſuche recht zu handeln, ſo wird er Dich erlöſen. SIch bin nicht chriſtlich geſinnt wie Du, Eliza; mein Herz iſt voll Bitter⸗ 6 ich kann nicht auf Gott vertrauen! warum läßt er ſolche Dinge ge⸗

ehen?

O George, wir müſſen Glauben haben. Die Herrin ſagt, daß Gott Alles zum Beſten kehre, wenn für uns auch Alles auf das Schlimmſte auszu⸗ ſchlagen ſcheint.

Das können Leute, die auf ihrem Sopha ſitzen oder in ihrer Kutſche fahren, leicht ſagen; aber ſie mögen nur einmal an meine Stelle treten, und

dann denke ich mir, würde es ihnen ſchwer ankommen. Ich wollte, ich könnte

gat ſein, aber es brennt mir im Herzen und ich kann mich nicht mit meinem Schickſale ausſöhnen. Du könnteſt es an meiner Stelle auch nicht, Du kannſt es jetzt nicht, wenn ich Dir Alles ſage, was ich Dir mitzutheilen habe. Du weißt noch nicht Alles.

Was kann jetzt noch kommen?

Nun, vor Kurzem hat mein Herr geſagt, daß er ein Narr geweſen ſei, als er mir erlaubt habe, mich auswärts zu verheirathen. Er haſſe Wr. Shelby und ſeine ganze Familie, weil ſie ſtolz ſeien und die Köpfe höher trügen wie er, und daß ich von Dir ſtolze Ideen angenommen habe, und er ſagt, daß er mich nicht mehr hierher kommen laſſen werde, und daß ich eine Frau nehmen und mich auf ſeinem Gute niederlaſſen ſolle. Anfangs ſchalt und murrte et dieſe