Teil eines Werkes 
3. Band (1828)
Entstehung
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Dank wiſſen, mir geſagt zu haben, daß man ihm nicht uͤbel will. Nach dem Abtreten der armen Frau war der Rath Holger in ſeinen Betrachtungen ver⸗ tieft, er ſchwankte von Muthmaßungen zu Muthmaßungen, von Zweifeln zu Zweifeln und da er ſtets von der vollen Wahrheit, ſobald ſie ſich ſeinem Blick darbot, zuruͤckſchauderte, ſo gingen mehrere Tage hin, ohne daß er aus die⸗ 1 ſem Verhoͤr, ſich eine richtige Anſicht von der Sache bilden konnte. Endlich faßte er den Entſchluß, die Fuͤrſtin Dedenburg um eine vier⸗ telſtuͤndige Unterredung erſuchen zu laſſen. Dieſe Maaßregel ſchien ihm unerlaͤßlich, bevor er ſein Urtheil uͤber dieſe Angelegenheit, die nach dieſem Verhoͤre ihm nur um ſo ſonder⸗ barer erſchien, abſchlieſſen zu duͤrfen glaubte. Faſt ein Monat war ſeit jenem ungluͤckli⸗ chen Abende in der Leopoldsſtadt verfloſſen; Charlotte war mehr als je in Betruͤbniß ver⸗ ſenkt, denn eben hatte ſie von London den Leſern bereits mitgetheilten Brief erhalten,

in welchem der Englaͤnder die Untroͤſtliche verſicherte, wenn ſie je haͤtte daran zweifeln koͤnnen, wie ſehr er ſie geliebt und welch* großes Opfer er ſeiner Liebe habe bringen