zem nach Raphael Sanzio geſtochen hatte; man gab darauf nicht acht, obgleich ſich der Doktor mit viel Laͤrm ſtellte, als ſei er vom Schnupfen ſehr beſchwert.
„Ich ſagte«, fuhr Winkelmann fort,„daß in der Schoͤnheit ein Geheimniß liegt, wie der urſpruͤnglichen Idee des weiten Schoͤpfungs⸗ plans angehoͤrig, vielleicht als Grundſtein einer noch unſichtbaren Ordnung der Dinge. Dies Geheimniß erſchließt ſich nicht allen vernunft⸗ begabten Weſen. Sehr wenige durchdringen es, aber alle ahnen es in verſchiedenen Stu⸗ fen, die ſich durch das Maas beſtimmen, wo⸗ nach die Zuͤge des Schoͤnen in den Augen eines Jeden verbreitet ſind, ſei es auf der Ober⸗ flaͤche der Erde oder auf dem Menſchenge⸗ ſchlechte, das das trefflichſte Werk derſelben iſt. Obgleich die Regionen, in denen das Vor⸗ bild des Schoͤnen regiert, ungeheuer ſind, ſo ſind ſie doch auch in Bezug auf das Ganze ſehr eingeſchraͤnkt. Die Gewohnheiten und das
Winkelmann war 1768 in Wien. Morghen war alſo damals 10 Jahr alt und konnte unmoglich damals ſchon eines ſeiner Meiſterſtuͤcke geliefert haben.
Der Ueberſetzer.


