Teil eines Werkes 
3. Band (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

Je groͤßer das Verhaͤltniß iſt, in welchen ſie ſich bewegen, wenn es die menſchliche Bildung betrifft, deſto auffallender iſt noch die Naͤherung dieſer an die hoͤchſte Schoͤnheit, die ſie mit ihrem urſpruͤnglichen Vorbilde zu bezeichnen gewuͤrdigt hat. Daraus folgt, daß die Idee der Schoͤnheit, um erfuͤllt zu werden, zahlrei⸗ chere Bedingungen bei der Nation erfordert, die ihren Verſtand ausgebildet hat, als bei der, die ſich begnuͤgt, den ſtrengſten Nothwen⸗

digkeiten ihres organiſchen Lebens zu gehorchen.

Dadurch ſelbſt, daß die Idee der Schoͤnheit, von der Idee Gottes unzertrennlich iſt, iſt ihr vollkommenſter Begriff, im Verhaͤltniß der Nach⸗ ahmung des Erzeugniß des Geiſtes, der ſich ein Weſen vorzuſtellen ſuchte und aus dem Stein, oder auf der Leinwand in der moͤglich⸗ ſten Uebereinſtimmung mit ſeinem urſpruͤnglichen Schoͤpfer hervortreten ließ. Man bemuͤhte ſich, daſſelbe dem Bild der erſten vernuͤnftigen Krea⸗ tur nachzuformen, das man ſich nach dem Willen der goͤttlichen Einſicht als lebend denkt. Die nach dieſem Entwurf ausgefuͤhrten Formen werden einfach, vielfaͤltig und gleichartig ſein, und da ihre Verſchiedenheit, ſo zu ſagen, von einem Band der Einheit umſchlungen wird, ſo

,