Teil eines Werkes 
3. Band (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

ſich's zu wiſſen, ob ſie vorhanden iſt, was ſie iſt, und wo man ſie faſſen muß. Die Anord⸗ nung des Princips davon wird an den un⸗ ſterblichen Werken, die Sie ſo ſchoͤn ordnen, leichter werden. So bald man ſie der Regel naͤhert, werden ihre Beziehungen mit ihr an⸗ ſchaulicher. 6 ½

Die Aufmerkſamkeit der Geſellſchaft ſtieg, Winkelmanns Zuͤge belebten ſich ſo ſehr, daß

ſeine ganze Phyſtognomie nicht ohne Anmuth

erſchien. Er fuhr fort:

Es iſt leichter zu ſagen, daß die Schoͤn⸗ heit nicht iſt, als was ſie iſt. Die Krankheit erklaͤrt ſich in der That leichter, als die Geſund⸗ heit; der Verdruß beſſer als die gewoͤhnliche Zufriedenheit der Seele; und da die Schoͤnheit das Reſultat jener Harmonie iſt, die der Schoͤ⸗ pfung organiſcher und unorganiſcher Weſen vorſtand, ſo kann man ſagen, daß dieſe Schoͤn⸗ heit ihr natuͤrlicher Zuſtand iſt, ſo wie genau genommen, die Geſundheit und die Zufrieden⸗

heit der unſrige ſein ſollte; und hieraus ent⸗

ſpringt die Schwierigkeit, ſie zu erklaͤren.

Die Schoͤnheit iſt ein unerklaͤrliches Band der Weſen. Ein Guͤrtel voll Reiz, von Homer ſo ſchoͤn beſchrieben, der eines an das andere

*