Teil eines Werkes 
3. Band (1828)
Entstehung
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aus; ſein Arm unterſtuͤtzte ſie, der ihr die Be⸗ wegung heilſam und angenehmer machte; und der Englaͤnder genoß ſeinerſeits einige gluͤckliche Stunden in ihrer Gegenwart. Nur die Baro⸗ nin von Stein verwunderte ſich, daß er nicht förmlich und feierlich um die Hand ihrer Cou⸗ ſine anhalte.»Was wartet er, ſagte ſie,ehe er ſeine Abſichten erklaͤrt? Wir ſind, glaube ich; beide von einem ziemlich guten Stande, um ihm zu entſprechen! Aber dieſe freund⸗ ſchaftlichen, freien Aeußerungen wurden durch die Fuͤrſtin bald unterdruͤckt, die aus Schaam ſich nicht in eine ſolche Unterredung einlaſſen konnte. Obgleich der Englaͤnder große phyſiſche Vortheile vor den meiſten Maͤnnern in Wien beſaß, ſo ſchmeichelten doch die Vereinigung der Seelen, die Uebereinſtimmung der Gefuͤhle, das Vergnuͤgen einer immer lehrreichen Unter⸗ haltung und die ſeinen zaͤrtlichen Mittheilungen eigne Milde, Charlotten noch mehr. Es gab Augenblicke, wo ſie in der Ueberzeugung, ſo wie ſie wuͤnſchte geliebt zu werden, nicht einſah, was ſie bei einer Standesaͤnderung gewinnen koͤnne. Blos, um ſich den friedlichen Beſitz des Mannes, der ihr theuer war, zuzueignen⸗ dachte ſie daran, ſich in die Bande der Ehe

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