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und eine gezwungene dürre Unterhaltung begann. Doch bald wurde ſie lebendiger. Seltſam! Marius wurde beredt, witzig, ſcherzhaft; er lachte, die Rede ſprudelte von ſeinen Lippen wie eine unheimliche Flamme. Hermine ſah ihn einige Male bedenklich an. Dann aber, als der Graf einmal bei Seite ging, flüſterte ſie dem beredten Pfarrer zu:„So iſt's recht, lieber Marius! So lob' ich Sie! Sie haben ſich ſchnell wiedergefunden, ſchneller als ich fürchtete.“ Die letztern Worte klangen faſt wie ein leichter Vorwurf.
„Wirklich? Finden Sie das, Hermine?“ fragte er lachend.„Es freut mich, daß Sie die Wahr⸗ heit ſo ſchnell errathen.“
„Nun muß Malchen bald Ihre Gemahlin werden. Sie iſt die Würdigſte von allen unſtes Geſchlechts.“
„Ich werde ſogleich Anſtalten zur Hochzeit treffen,“ verſetzte er immer lachend.
Der Graf unterbrach dieſes Zwiegeſpräch. Der Pfarrer verabſchiedete ſich. Er ging aber nicht ſogleich aus dem Schloſſe, ſondern in das Zimmer des Oberſten. Hier hingen mehrere Jagdflinten,


