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Das Pfarrhaus zu Hallungen oder Die Elemente des Christenthums : eine Zeit-Novelle / von Ludwig Storch
Entstehung
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Hallungen, jede Stunde wurde ihm zur qualvollen Ewigkeit. Langſam und nicht ohne Mühe kleidete er ſich an; er hatte doch die rechten Kräfte noch nicht. Doch er kam damit zu Stande. Erneſtine und Hannchen weinten ihm nach. Der alte Vater, der immer tiefſinnig in ſeinem Zimmer ſaß, erfuhr gar nichts von des Sohnes Ausgang.

Es war ſchon gegen Abend, als Marius un⸗ angemeldet, wie er gewohnt war, in das Zimmer der Gutsfrau trat. Sie erhob ſich erröthend vom Sopha, wo ſie neben einem ſehr ſchönen, ritterlich ausſehenden Manne geſeſſen hatte. Ihr etwas an⸗ gegriffenes Geſicht ſtrahlte von Glück und Befrie⸗ digung. Mit einiger Befangenheit erwiederte ſie des Pfarrers Gruß und ſtellte ihm den Fremden als den Grafen St. Martin aus Paris vor.Sie kennen den Herrn aus meiner Erzählung, ſetzte ſie faſt ſchalkhaft lächelnd hinzu. Wie die eiskalte Hand des Todes krallte ſich etwas in ſein Herz. Er würde bläſſer geworden ſein, wenn das möglich geweſen wäre. Auch erhielt er ſich an einer Stuhl⸗ lehne, ſonſt wäre er wahrſcheinlich umgeſunken. Der Graf verbeugte ſich vornehm kalt gegen ihn,