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Büchſen und Piſtolen an der Wand. Marius wußte, daß die Letztern geladen waren. Er nahm zwei in der Dunkelheit und verſteckte ſie unter ſei⸗ nen Rock. Dann ging er hinab, aber nicht nach dem Dorfe, ſondern in den Garten.—
Spät Abends kehrten Malchen und Guſtav von Sundheim zurück. Im Pfarrhauſe angelangt, fragten jene ſogleich nach Marius. Sie erſchrak heftig als ſie hörte, er ſei ins Schloß gegangen. „Ich habe ſeit Nachmittag eine Angſt, die mit jeder Minute unerträglicher geworden iſt,“ ſagte ſie, und ihr Ausſehen beſtätigte ihre Worte.„Du weißt, ich wollte erſt morgen wiederkehren, aber es litt mich nicht in Sundheim. Wenn ihm nur kein Unfall begegnet iſt! Es quält mich wie ſchreckliche Ahnungen!“— Nach zehn Uhr forderte ſie Guſtav auf, ſie ins Schloß zu begleiten. Sie nahm eine Laterne.
Hermine ſaß wieder beim Grafen auf dem Sopha und erklärte verwundert dem eintretenden Mädchen, daß der Pfarrer ſich ſchon in der Abend⸗ ſtunde wegbegeben habe.
„Ich vermuthete es,“ ſagte Malchen kalt und ging in den Garten.


