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ſtav Bellmann noch in ſeinem Zimmer. Er mußte ſich lange beſinnen, eh' ihm irgend eine Erinne— rung kam; es ſchien ihm als ſei ſein Kopf ganz leer von allen Gedanken und Vorſtellungen. End⸗ lich trat ihm die gräßliche Scene, die ihm das Bewußtſein geraubt, wieder vor die Seele, aber es war ihm, als habe er ſie geträumt. Er konnte nicht fertig damit werden. Er berührte die Hand ſeiner Braut und fragte leiſe:„Malchen, iſt meine Mutter todt?“
„Gottlob!“ rief ſie,„er hat das Bewußtſein wieder.“
Er wiederholte die Frage; aber ſie fuhr fort: „Faſt einen Monat haſt Du bewußtlos dagelegen, entweder im ſtarren Dumpfſinn oder in wilden Fieberphantaſien. Nun biſt Du gerettet!“
„Iſt meine Mutter todt?“ fragte er mit Nach⸗ druck.„Ich bitte Dich, ſage mir die Wahrheit!“
„Nun ja, ſie iſt geſtorben,“ entgegnete das Mädchen verlegen.„Sie war ja eine alte Frau und hat die Beſtimmung der Natur erfüllt. Aber Du lebſt, Marius! Du wirſt noch lang und glück⸗ lich leben!“
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