263
Sturms, nicht das Kreiſchen der Wetterfahne auf dem Pfarrhauſe; ſelbſt wie vom Sturme gejagt, ſtürzte er baarhäuptig, mit wirren Haaren und todtenbleich vorwärts dem Schloſſe zu und ver⸗ ſchwand im Thore deſſelben.—
Hermine hatte, nach Marius' Entfernung, kaum minder gelitten, als er ſelbſt. Sie war zu dem Briefe zurückgekehrt und hatte mit Beſchämung, ja mit Verzweiflung geleſen, was ſie geſchrieben. Auch ſie rang die ganze Nacht und kam zu dem Ent⸗ ſchluſſe, am andern Tage heimlich abzureiſen. Ge⸗ gen Morgen ſchlief ſie ein, und ſchlief faſt den ganzen Vormittag. Als ſie nun an die Ausfüh⸗ rung ihres Entſchluſſes gehen wollte, war er ver⸗ blaßt. Die ſüßen Erinnerungsbilder der Liebe, die ſie genoſſen, drängten ſich in ihrer Seele vor und wurden immer farbenprächtiger. Sie ging wie eine Träumende umher und konnte zu nichts kommen. So kam der Abend heran. Da gelobte ſie ſich heilig und theuer, am folgenden Morgen abzureiſen, dieſen Abend Marius' Beſuch noch anzunehmen, den ſie ihm einmal zugeſagt, doch dabei ſich ſtreng zu überwachen. Je länger er


