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Er ſchauderte. Die Frage ging ihm wie ein Schwert durch die Seele.
Ohne ſeine Antwort abzuwarten, ſchlief ſie wieder ein, aber ſie hielt ſeine Hand feſt. Da ſaß er ſtarr wie eine Bildſäule, die Augen auf das nur halb erhellte Geſicht der Mutter gerichtet; aber wie glühte und tobte es in ihm! Wie wilde Gebirgsbäche rauſchte und ſtürzte es um ihn, die Gegenſtände verzerrten ſich und tanzten um ihn; zuletzt nur ein Gedanke, ein Gefühl: Hermine! Zu ihr! An ihre Bruſt? An ihren Mund!“
Er wußte nicht mehr, was er that. Aber die Hand brannte ihm in der Hand der Mutter, und er zog ſie heraus. Er ſtand auf; der Athem ver⸗ ſagte ihm ſchier; er ging leiſe hinaus, ſchlich nach der Hausthüre, öffnete ſie und trat ins Freie. Das Wetter war umgeſchlagen; ein Herbſtſturm brauſte durch die Luft und warf große Regentropfen herab. Dabei war es auffallend kalt geworden. Marius bemerkte nichts von dem Allen. Er ſah die ſchwar⸗ zen Wolken nicht geſpenſtiſch am Himmel hinjagen, nicht die fliehende, bald verdeckte, bald ſichtbare Mondſichel; er hörte nicht das Brauſen des


