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weiht und gemißbraucht als Religion der Unter⸗ drückung, obgleich Jeſus gerade das Gegentheil wollte und lehrte!“
Der Magiſter hatte mit Ungeduld das Ende dieſer Rede erwartet. Er ſtand raſch auf, ver⸗ neigte ſich kurz vor der Oberſtin und ſagte kalt: „Sie haben recht, gnädige Frau, mein Sohn dürfte nimmermehr ihr Gatte werden, ſelbſt wenn Sie frei und ledig wären. Gott ſtehe uns Allen bei, aber Sie ſind nicht zu unſerm Heil nach Hallun⸗ gen gekommen.“ Und mit raſcherm Schritt, als ſein Alter gewöhnlich geſtattete, verließ er Zimmer und Schloß.
Guſtav verrieth dem Pfarrer Marius, daß die Oberſtin in einigen Tagen ganz in der Stille ab⸗ reiſen wolle und dazu die Vorkehrungen ziemlich heimlich treffe. Sie habe ihn gebeten, ihm(dem Marius) einen Brief von ihr zu übergeben, ſobald ſie fort ſei. An dieſem Briefe habe ſie abwechſelnd geſchrieben, ſeit der Magiſter bei ihr geweſen. Der


