äußern günſtigen Bedingungen. Bedürfen Sie des Oberſten zur Verwirklichung Ihrer Pläne? Wahr⸗ lich nein! Sie bedürfen des Marius dazu.“
„Du kennſt die Welt, die Menſchen nicht, Kind. Deine ideale Weltanſchauung leidet Schiff⸗ bruch in der Wirklichkeit. Ich dachte und fühlte auch einſt wie Du. Wer etwas Großes ſchaffen will, muß ſich erſt den kleinen und engen Ver⸗ hältniſſen anbequemen. Ich fürchte ſehr, Ma⸗ rius und ich als Ehegatten würden nicht viel erreichen.“
„Wenn Sie das ſo kühl ſagen, gnädige Frau, dann fürchte ich freilich, daß ich mich in einem weſentlichen Punkte geirrt habe.“ Malchen war in dieſem Augenblicke ſehr traurig.
„Und in welchem?“
„Daß Sie den Pfarrer lieben.“
„Und Du? Du, Amalie! Von Dir ſprichſt Du nicht?“ rief die Oberſtin heftig, umarmte ſie und küßte die Weinende auf die reine, hohe Stirn.
„Ich ſagte Ihnen ja vorhin, daß von mir nicht mehr die Rede ſein dürfe.“


