37
Beredſamkeit anwenden, geſtützt auf die heiligſten Lehren und Tröſtungen des Glaubens, deſſen treuer Diener er war, um den fürchterlichen Schmerz ſeiner Sabina endlich in jene wohlthuende ſtille Weh⸗ muth zu verwandeln, die über die Welt den ver⸗ klärenden Regenbogen des ſtillen Thränenthaues ſpannt. Als nun ſiebenzehn Jahre ſpäter das wür⸗ dige und geprüfte Ehepaar ein weit größerer und herberer Verluſt traf, indem ihnen Gott ihren jüng⸗ ſten, ſechszehnjährigen Sohn, einen blühenden hoff⸗ nungsvollen Jüngling und ausgezeichneten Schüler des Gymnaſiums der Hanptſtadt, hinwegnahm, da waren ſie beide gefaßter, und ſo groß auch der Schmerz war, ſo groß war ihre Ergebung. Frau Sabina faltete die Hände über der ſchönen Leiche des Lieblings und betete inbrünſtig:„Der Herr hat ihn gegeben, der Herr hat ihn wieder genom⸗ men; der Name des Herrn ſei gelobet in Ewig⸗ keit. Amen.“
Seit jenem Tage, als der Pfarrer mit ſeiner Frau an der offenen Gruft ſeines edeln trefflichen Sohnes geſtanden, als er Sabinen die Erde ſeg⸗ nen geſehen hatte, die auf den Sarg desjenigen


