Steins übrig, und ich erwartete hier irgend einen ſchönen Bibelvers oder Reimſpruch zu finden; als ich aber um die Ecke bog, las ich Folgendes:„Hier mitten unter den theuern Seinen ruht der Leib des Herrn Pfarrers Joſeph Marius Ehrhardt. Er war der jüngſte Sohn und zwei Jahre lang der Subſtitut ſeines Herrn Vaters, und endete am 12. December 1836 im 29. Jahre ſeines Alters.— Richtet nicht, ſo werdet ihr auch nicht gerichtet; vergebet, ſo wird euch vergeben.
Neben ihm ſchläft ſeine verlobte Braut, die ehr⸗ und tugendſame Jungfrau Johanna Amalia Wilhelmine Lobau, einziges Kind des Herrn Schulzen Matthias Lobau zu Sundheim. Sie ſtarb auf dem Erlenhof am 10. Mai 1839 und brachte ihr Alter auf 28 Jahre 3 Monate 18 Tage. Die Sehnſucht nach dem Geliebten zog ſie ihm nach. Sie war eine der Edelſten ihres Geſchlechts.“
Dieſe Worte ſchnitten mir wie Schwerter durch die Seele; es war mir, als griffe eine verhüllte Hand aus dem Steine und verwiſche mit einem ſchwarzen Flore mein ſchön komponirtes Idyll. Ver⸗ ſchwunden waren der Friede, die Ruhe, das Still⸗


