Teil eines Werkes 
2. Band (1834)
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„Nimm dich aber um Gotteswillen mit ihm in Acht, Wilhelm! Du kennſt ſeinen Eigenſinn und ſeine Launen noch lange nicht genug. Widerſprich ihm in Nichts, ſonſt wird er wüthend.“

„Laſſ' mich nur,“ verſetzte Wilhelm, und ging hinab. Marh ſchlich ihm mit angſtbeklommener Seele nach.

Der junge Arzt trat mit einer beſcheidnen Ver⸗ beugung in das Zimmer; der alte Senator dankte kaum dem Gruße und zog ein höchſt verdrießliches Geſicht. Herr Meyer dagegen grüßte ſehr freund⸗ lich, aber eine teufliſche Schadenfreude leuchtete aus ſeinen Augen.

„Ich höre ſo eben von Marh,“ begann der Dok⸗ tor feſt,„daß Sie, Herr Onkel, den kleinen poeti⸗ ſchen Erguß meiner freudigen Theilnahme an Ih⸗ rem Wiegenfeſte nicht ſo aufgenommen haben, wie es mein Wunſch und Beſtreben war. Wenn auch die Poeſie von keinem Werthe, ſo waren doch die darin ausgeſprochnen Gefühle wahr und aufrichtig.“

„Ei was, von der Poeſie verſteh' ich nichts! Hab' mein Lebtag kein Geſchreibſel eines Poeten ge⸗ leſen, das Geſangbuch in der Kirche ausgenommen.“