Teil eines Werkes 
2. Band (1834)
Einzelbild herunterladen

er den wilden Redner Bandini in die heimliche Be⸗ rathung, dem Giacomo als künftigem Gatten ſeiner über Alles geliebten Tochter ſehr zugethan war; dann den weniger offnen, aber durch Schlauheit im⸗ ponirenden Napoleone Franceſi; er ſchickte den Prie⸗ ſter Stefano, der ſeit Jahren ſchon Giuditta's Leh⸗ rer und Giacomo's Hauſe gewiſſer Maßen einverleibt war, an den bedenklichen Greis. Aber den Sieg trug er doch erſt über dieſen davon, als er von

Stefano erfuhr, wie ſchmählich Lorenzo erſt den Prie⸗

ſter, der dem Stolzen des Mädchens Liebe verrathen, und dann Giuditta ſelbſt an einem Tage zurückge⸗ wieſen und behandelt. Francesco wußte dieſen Um⸗ ſtand trefflich zu benutzen, und, indem er ſich ſelbſt bei ihr nie zum Mitwiſſer ihrer Schmach bekannte, überredete er doch den ihm ergebenen Weltprieſter, der an Liebe und Stolz ſchon furchtbar gekränkten Giuditta die höhniſche Zurückweiſung von Lorenzo in einem noch weit düſteren Colorit zu malen und Worte der Kränkung hinzuzufügen, die Lorenzo nicht geſprochen, ſondern welche, aus Francesco's Kopfe entſprungen, jenem untergeſchoben wurden. Giuditta wüthete; ihre Seele wendete ſich vom lichten Himmel ab und kehrte ſich der düſtern Erde

—