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ſtoßen und mir niemals die heiligen Liebesrechte ei⸗ ner Tochter eingeräumt!“
„Beruhige dich, meine Giuditta,“ redete der Alte gütig, indem ſein Auge wohlwollend am betrübten Geſichte ſeines Kindes hing, über deſſen Wangen einige Schmerzensthränen ſchlichen.„Ich hätte frei⸗ lich beſſer gethan, dich ſelbſt über alles zu unter⸗ richten, was mich ſo ſehr bewegte; denn du biſt ja ſo würdig, mein volles Vertrauen zu beſitzen. Ich habe darin gefehlt. Aber ſolche finſtre Pläne, wie die meines Neffen, eignen ſich nicht für eine lichte, reine Seele, wie die deinige, mein Kind. Und doch hätte ich dir durch Mittheilung manchen Schmerz er⸗ ſpart; denn der geſchwätzige Prieſter hat mich dir im falſchen Lichte gezeigt, vielleicht ſelbſt in Täu⸗ ſchung befangen.“
„O ſo belehrt mich, mein Vater!“ rief Giuditta freudig, und umſchlang das ſilberweiße Haupt ihres Vaters.
„Ich weiß nicht, in welchem Geiſte der ſchreck⸗ liche Gedanke aufgekeimt iſt, die beiden Brüder Me⸗ dici zu ermorden, in dem meines Neffen oder in dem des Grafen Girolamo, Fürſten von Forli. Genug, beide ſind damit einverſtanden, und wenn mich nicht


