Teil eines Werkes 
2. Band (1834)
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ſtille Heiterkeit war von Eurer edeln, hohen Stirn gewichen, Euer glänzendes Auge war getrübt, und die mir ſonſt ſtets reichlich geſpendeten Liebkoſungen wurden mir nur ſpärlich und dann, wie ich zu be⸗ merken glaubte, mit erzwungner Heiterkeit von Euch zu Theil. Ich bekümmerte mich ſehr über dieſe Ver⸗ änderung in Eurem ganzen Weſen, und ſchüttete mein betrübtes Herz vor meinem Lehrer und Freunde aus. Ach, ich glaubte anfangs Eure Liebe verloren zu haben. Aber bald gewahrte ich an Bernardo ein ähnliches unſtätes Treiben; ich ſah, daß der Jüng⸗ ling, den mir ſonſt jeder Tag auf den Fittigen ſtür⸗ miſcher Sehnſucht zuführte, ſeltener kam, und nur Augenblicke bei mir verweilte. Ich las in ſei⸗ nen Augen, daß in ſeiner Seele etwas Wichtiges vorgehen müſſe und ich reimte ſeinen Gemüthszu⸗ ſtand mit dem Eurigen zuſammen. Stefano gab mir endlich auf meine wiederholten Bitten Aufſchluß, nachdem er mich den heiligſten Eid auf die Hoſtie hatte ſchwören laſſen, verſchwiegen zu ſehn. Ich erfuhr nun, daß Francesco Pazzi nach ſeiner letzten Heimkehr von Rom vergebens in Euch geſtürmt, Euch mit ihm gegen die unbillige Macht der Me⸗ dici zu verbinden; ich hörte mit ſchmerzlichem Er⸗