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geblich nachdenken. Auch Euerm PVater iſt Euer Weſen aufgefallen; ſelbſt Euer verlobter Braͤutigam—
Giuditta wandte ſich mit einer ſchmerzlichen Ge⸗ berde ab, und der Prieſter fuhr überraſcht fort: „Wie? ſollte der edle Signore Bernardo Bandini, der ſchönſte, hochherzigſte Jüngling, der Liebling Eu⸗ ers Vaters, ſo unglücklich geweſen ſehn, Euch zu mißfallen?“
„Mein Vater!“ begann die Jungfrau weinend, „Euere theilnehmenden Fragen bereiten mir Folter⸗ qualen; aber Ihr meint es gut, und ich bedarf ei⸗ nes Freundes, dem ich mein ſchmerzliches Geheim⸗ niß mittheile, ſoll ich nicht der Laſt deſſelben er⸗ liegen. So hört denn, mein Vater! ich liebe nicht Bandini. Ach! ich wähnte ihn ſonſt zu lieben. Der Wahn iſt verſchwunden und hat der furchtbaren Wahrheit Platz gemacht, daß mein Herz einem an⸗ dern Manne mit raſender Leidenſchaft anhängt!“
„Und wer iſt's, den meine Giuditta mit ſolcher Gluth umfaßt?“
„Ach! wen, glaubt Ihr, könnte mein Stolz ſich anders erleſen, als den edelſten Jüngling in ganz Florenz? Mein Herz konnte ſich nicht mit Ban⸗ dini begnügen; es ſtrebte höher, es verlangte den


