Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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und der Zug nach Tunis. 329

Zeitgeiſt verbuͤndet, noch einmal hat die Reaction ſieg⸗ reich ihr Haupt erhoben. Waͤhrend ich die blutigen Kaͤmpfe des Volks mit der Fuͤrſtengewalt im Jahre 1525 niederſchrieb, warf die Fuͤrſtengewalt die Revolution in Dresden und Baden in den Staub. Wieder wie damals hat eine unſelige Vermittlerpartei dieſes fuͤr Deutſchland ſo verderbliche Reſultat herbeigefuͤhrt; wieder wie damals waren es Profeſſoren, Gelehrte, Beamte, welche das in ſie geſetzte Vertrauen des Volks ſchmaͤhlich taͤuſchten; wieder wie damals ſind ſie von der Seite des Volks auf die Seite ſeiner Herren getreten; wieder wie damals haben ſie den Vorwand der Schwaͤche gebraucht, den Buͤrgerkrieg zu ver⸗ meiden. Was half es Luthern, daß er in faſt unbegreif licher Verblendung gegen das aufſtrebende Volk wuͤthete, daß er ſeine Sache von der des Volkes kuͤnſtlich ſchied, daß er ſeiner Partei ſtets wehrte, das Schwert zu ziehen gegen die uͤbermuͤthigen Gegner, der Kampf war doch un⸗ vermeidlich und wie er nachher gefuͤhrt wurde, wie endlich der dreißigjaͤhrige Krieg im folgenden Jahrhundert die deutſche Kraft in ihrem innerſten Mark verletzte, die herr⸗ liche Entwicklung des deutſchen Geiſtes, wie ſie zu Anfang des 16. Jahrhunderts ſo ſtolz ſtrebend hervortrat, vernich⸗ tete, das Alles lebt in den unſeligſten Folgen noch heute fort. Haͤtte Luther den Geiſt ſeines Volks verſtanden und ſich zu ſeiner Hoͤhe erheben koͤnnen, wie Ulrich von Hutten und Thomas Muͤnzer, Deutſchland waͤre das mächtigſte, das reichſte, das glucklichſte Land der Erde. Und was iſt