Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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und der Zug nach Tunis. 325

beſtrickt. Auch Suleima'n betrachtete er einige Augen⸗ blicke und das Bild ſeiner Jugend ſtand vor ſeiner Seele, wie dieſes reizende Weib ihm einſt in Bruͤſſel Reitunter⸗ richt gegeben hatte. Seine beiden groͤßten und ſchlaueſten Feindinnen waren nicht mehr. Mulei Haſſan befahl, die beiden Leichen durch die Straßen zu ſchleifen und ſie dann den Hunden vorzuwerfen. Karl befahl ruhig und feſt, um ſie auch vor ſpäterer Mißhandlung zu ſchuͤtzen, ſie nach Goletta zu fuͤhren und in mit Steinen beſchwerten Saͤcken ins Meer zu verſenken. Und ſein Befehl war hier noch Geſetz. Im Meeresgrund an der Kuͤſte von Afrika lagen am andern Tage die Leiber der beiden Frauen, die es ver⸗ ſucht hatten, der Welt eine neue Geſtalt zu geben.

Kaiſer Karl ſollte noch ein ſolches Schauſpiel ſehen und uͤberzeugt werden, daß ſein Gluͤcksſtern im vollſten Glanz in ſeinem Zenith ſtehe; aber dieſe Ueberzeugung ſollte zu⸗ gleich mit großem Schmetz fuͤr ihn verbunden ſein, damit er ſich erinnere, daß er ein Menſch ſei. Chriſtliche und mauriſche Krieger waren ausgeſchickt, die Todten auf dem Schlachtfelde zu begraben. Die Letztern kehrten zuruͤck mit zwei Leichen, die ſie ſich vom Kaiſer zum Geſchenk er⸗ bitten wollten, um ſie nach Conſtantine zu fuͤhren. Es waren die Raimunds und Carlotta's. Sie waren bei einander gefunden worden, Raimund mit von einem Schwerthiebe geſpaltenem Kopfe, Carlotta uͤber ihm mit

von einem Dolche, den ſie noch in der Hand durch⸗ bohrter Bruſt.