Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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326 Der große Reichstag zu Augsburg

Karl ſah ſie tief erſchuͤttert. Er ließ ſich einen Kranz bringen, und legte ihn auf die beiden ſchoͤnen Leichen. Dann wandte er ſich ab. Den Mauren wurde ihre Bitte gewaͤhrt. Die Kaͤmmerer des Kaiſers erzaͤhlten am andern Morgen in vertraulicher Weiſe, daß ihr Herr die ganze Nacht uͤber im Zimmer gewandelt. Seine Augen waren geroͤthet.

Mit Mulei Haſſan ſchloß er einen Vertrag, wonach der Koͤnig ſein Land als ſpaniſches Lehn des Kaiſers em⸗ pfing und ſich verbindlich machte, alle Chriſtenſklaven im Koͤnigreich freizugeben, allen Unterthanen Karls freien Handel und freie Religionsuͤbung zu geſtatten, keinen tur⸗ kiſchen Seeraͤuber zu dulden u. ſ. w.

Der Kaiſer behielt nicht nur Goletta, ſondern alle feſten Seehaͤfen des Koͤnigreichs; fuͤr Unterhaltung der Beſatzung ſollte der Koͤnig jaͤhrlich zwoͤlftauſend Kronen bezahlen und als Lehnszins jaͤhrlich ſechs arabiſche Pferde und ebenſoviel Falken entrichten.

Am 17. Auguſt ging Karl unter Segel nach Neapel, wo ihm die glaͤnzendſten Feſte gefeiert wurden. Dann gegen Koͤnig Franz, der mit einem Heer in Savoyen ein⸗ gefallen war, zu neuen Siegen.

Der ſiegreiche Zug nach Tunis umgab das Haupt des Kaiſers mit einem Nimbus, vor dem der Stern der Prote⸗ ſtanten in Deutſchland verbleichen mußte;z er flocht den un⸗ ſterblichen Kranz des Ruhms um ſeinen Namen, wie keine ſeiner uͤbtigen Thaten, des hoͤchſten Ruhms, deſſen ein Herrſcher theilhaftig werden konnte, des Siegers uber die