Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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324⁴ Der große Reichstag zu Augsburg

erſten Licht des folgenden Morgens die Straßen von Blut ſaͤubern. Gegen Mittag hielt Karl, Mulei Haſſan an der Seite mit ſeinem glaͤnzenden Gefolge den Triumphzug durch die Stadt. Herolde verkuͤndeten mit Trompeten⸗ ſchall, daß der Kaiſer den rechtmaͤßigen Koͤnig des Landes

auf den Thron ſeiner Väter zuruͤckfuͤhre und feierlich wie⸗

der in die Macht einſetze. Der verabſcheute Moͤrder nahm den von Blut und Leichen umgebenen Herrſcherſitz ein, um das Rachewerk an ſeinen Widerſachern zu beginnen. Kaiſer Karls chriſtlicher Sinn hatte ihm dazu verholfen. Da gedachten denn die Schmeichler die einflußreiche Fa⸗ vorite Chair Eddins und ihre umſichtige Freundin dem jungen Koͤnig vorzufuͤhren, damit er an ihnen, den Wei⸗ bern, ſeine Rache auslaſſe. Der Kerker wurde geoffnet, und zwei Leichen gefunden. Arm in Arm geſchlungen lagen ſie, die Königin und die Bettlerin. Das Gift, das ſie fuͤr einen ſolchen Fall bei ſich getragen, hatte ſeine Wirkung gethan. Zwei der außerordentlichſten Frauen waren vom Schauplatz abgetreten. Die beſtialiſche Ge⸗ meinheit der Geſinnung wollte wenigſtens einen Erſatz fur das vereitelte Schauſpiel. Der Rachedurſt ſollte wenig⸗ ſtens gekitzelt werden, da er nicht befriedigt werden konnte. Die Leichen wurden vor die beiden koͤniglichen Haͤupter gebracht. Ein Strahl von Freude zuckte uber Karls Ge⸗ ſicht. Obgleich er Eleonoren nie geſehen, erkannte er ſie doch; er erkannte ſie an den Narben, die ſeine Mutter ge⸗ graben, an dem blonden Haar, das ſeinen Vater einſt