Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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und der Zug nach Tunis. 323

Lebende mordend, was ihnen aufſtieß, alles Werthvolle raubend und zuſammenſchleppend. Alle ſchauderhaften Ausſchweifungen, welcher ſiegreiche, durch die Wuth des Sturms entmenſchte Soldaten faͤhig ſind, alle blutigen Greuel, zu welchem Volks- und Religionshaß ſolche Sol daten hetzt und ſtachelt, wurden an dieſem Tage veruͤbt. Ueber dreiſigtauſend unſchuldige Einwohner von Tunis fielen als Opfer chriſtlicher Beſtialitaͤt, zehntauſend, meiſt Frauen und Kinder wurden als Sklaven in die Citadelle gefuͤhrt. Die Beute war uͤber alle Erwartung reich und groß.

Waͤhrend das Entſetzensgeſchrei der Ueberfallenen und das Jammergeſchrei der Sterbenden die Luͤfte durchſchnitt, zogen die befreiten Chriſtenſklaven aus der Stadt, voran ein Greis mit langem weißen Barte ein hohes Kreuz tra gend, das ſie ſchnell zubereitet hatten, und ſangen den am⸗ broſianiſchen Lobgeſang. Als ſie den Kaiſer erblickten, fielen ſie auf die Knie und prieſen ihn als ihren Retter und Befreier. Der Kaiſer umarmte und kuͤßte die Aelte⸗ ſten mit Thranen der Ruͤhrung. Dann zog er an ihrer Spitze in die Citadelle. Die Stadt, wohin ſich Mulei Haſſan begab, ſcheute er ſich zu betreten; er mochte die Greuel der entfeſſelten Leidenſchaft nicht ſehen, die er nicht hindern konnte.

Eine ſchauerliche Nacht folgte dem graͤßlichen Tage. Die gefangnen mauriſchen Krieger mußten alle Leichen aus der Stadt in eine große Grube ſchaffen und beim