Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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und der Zug nach Tunis. 321

Anordnungen der Frauen zu preiſen. Es gelang ihm, die Truͤmmer des fliehenden Heeres aufzuhalten. Aber die Stimmung dauerte nur kurze Zeit. Das bewaffnete Volk verlangte ſich in die Citadelle zu werfen. Doch dieſe war von den gefangenen dort eingeſperrten Chriſtenſklaven beſetzt. Und von ihnen drohete jetzt im kritiſchen Augen⸗ blicke neues Verderben. Aus dem furchtbaren Geſchrei hatten ſie die Niederlage des Koͤnigs vernommen. Mit tauſendſtimmigen Gebruͤll verlangten ſie von ihren Waͤch⸗ tern die Oeffnung der Kerker, und dieſe hatten nicht den Muth bei der gefaͤhrlichen Lage der Dinge ein ſolches Be⸗ gehren zu verſagen. Zehntauſend Menſchen ſturzten auf die Waͤlle heraus, richteten die Geſchutze gegen die Stadt und erhoben ein ſo weitſchallendes Triumphgeſchrei, daß allem Volke in der Stadt grauſte. Der Gedanke, daß der Feind die Citadelle bereits in ſeiner Gewalt habe, und jeden Augenblick die Stucke loͤſen und moͤrderiſche Kugeln herabſenden koͤnne, wirkte niederſchmetternd. Und ſchon erſchallte der Ruf, daß die ſpaniſchen Reiter ſich am Hori⸗ zonte zeigten. Mann, Weib und Kind ſtuͤrmte heulend fort, aus den Thoren, in die Weite. Wohin man blickte, boten ſich dem Auge Bilder des Entſetzens. Die weich⸗ herzigen Rathgeber verwuͤnſchend, die ihn zur Schonung der Chriſtenſklaven vermocht, warf ſich Chair Eddin auf's Pferd. Nicht einen Augenblick war er mehr ſicherz denn ſchon erhob ſich Mulei Haſſans Partei, um ihn zu fangen. Sein ſchnelles Roß entriß ihn gluͤcklich ihren ſchon nach Ein deutſcher Leinweber. M. 21