und der Zug nach Tunis. 35
fuhrt hatte, beherrſcht. Darin hat ſich ſeit jener Zeit nichts geaͤndert; er leidet immer noch an dieſem ſtillen trüben Wahnſinn. Dabei iſt er einer der fleißigſten und geſchick⸗ teſten Arbeiter auf unſter Schreibſtube geworden und fin⸗ det, wie es ſcheint, in ſteter emſiger Beſchaͤftigung Gluͤck und Zufriedenheit.“
„Weiß er, daß jene Tollhaͤuslerin ſeine Mutter iſt, und hat ſie ihm Entdeckungen gemacht?“
„Nie hat er ein Wort geſprochen oder irgend etwas gethan, woraus ſich auf ſolche Wiſſenſchaft ſchließen ließe. Die Vergangenheit, d. h. ſein Leben vor der Leipheimer Schlacht iſt ihm mit Nacht verhullt oder liegt wenigſtens in unklarer Daͤmmerung und ſeltſamer Verwirrung in ſeinem kranken Geiſte. Ueberhaupt ſpricht er aͤußerſt wenig und nur das Nothwendigſte in Bezug auf das Geſchaͤft. Sobald er nicht beſchäftigt iſt, verſinkt er augenblicklich in ein tiefes finſtres Bruͤten, waͤhrend dem er nichts, was um ihn iſt und vorgeht, zu ſehen und zu hoͤren ſcheint, und ich vermuthe, daß er aus Furcht vor dieſem ihm qualvollen Zuſtande immerfort angeſtrengt arbeitet.“
„So ſeid Ihr alſo ſelbſt uber ſein fruͤheres Leben im Ungewiſſen?“ fragte der Kaiſer.
„Dem iſt nicht ganz ſo,“ entgegnete Fugger mit eini⸗ ger Verlegenheit.„Manche Partien ſeines Lebens haben ſich mir auf unetwartete Weiſe enthuͤllt, und es ſind mir daruͤber ganz uͤberraſchende Aufſchluͤſſe geworden. Eine gerade nicht geringe Anzahl von Dokumenten, die ihm ge⸗
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