Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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34 Der große Reichstag zu Augsburg

ledo krank danieder gelegen und von dieſem mit ſchmeichel⸗ hafter Aufmerkſamkeit behandelt worden war, ſchien ſich zwiſchen beiden Maͤnnern ein ahnliches Verhaͤltniß geſtal⸗ ten zu wollen, wie es zwiſchen dem Kaiſer Maximilian und Jakob Fugger beſtanden hatte. Freilich hatte Karl ſo wenig von der gemuͤthlichen Treuherzigkeit ſeines Groß⸗ vaters, wie Anton von derſelben Eigenſchaft ſeines Ohms, aber gerade weil ſich die Charaktere dieſer beiden wieder gleich waren, wie die jener, ſo fuhlten ſie ſich von einander angezogen. Antons ſtolze Kälte, ſein ruhiges vornehmes Weſen im großen Styl entſprach vollkommen der feinen ariſtokratiſchen, marmorglatten und kalten Klugheit des Kaiſers. Karl glaubte und vertraute Antonen mehr als irgend einem andern Deutſchen. Deshalb ließ er ſich auch von ihm uͤber die nach der blutigen Unterdruͤckung der po⸗ litiſchen Bewegung nur um ſo maͤchtiger gewordene kirchlichen Bewegung, namentlich in den freien Staͤdten berichten und erfuhr da freilich Manches, was er noch nicht gewußt oder was man ihm in einem falſchen Licht gezeigt hatte, und was ihn allerdings ſtutzig machte.

„Genug von dieſen Dingen,“ ſagte endlich der Kaiſer, „und kommen wir auf haͤusliche Angelegenheiten! Ihr habt mir noch nichts von Eurem Hausgenoſſen geſagt. Martin lebt doch noch bei Euch?“

„So iſt's. Ich habe Eurer Majeſtaͤt zuletzt von der truͤben Geiſtesſtörung, die ihn ſeit ſeiner Verwundung in der Bauernſchlacht, in die ihn ſeine unbaͤndige Mutter ge⸗