und der Zug nach Tunis. 25
behauptend, die Erſchlagene ſei ihre Fürſtin. Der Stall⸗ meiſter Cebes iſt ihr Fuͤrſprecher geweſen. Man hat ihn dieſer Tage mit den Zigeunern und namentlich mit der erſchlagenen Frau verkehren ſehen.“
„Ich weiß. Geh jetzt und zieh Kundſchaft ein, wo die Zigeunerherberge iſt. Mir aber gib vorher mein Landsknechtskleid, den ſchwarzen Hut und den grauen Mantel. Nimm noch zwei Trabanten, ſo daß ich der Dritte bin. Niemand darf mich erkennen.“
„Ew. Majeſtaͤt!“ rief der Oberkaͤmmerer erſchrocken.
„Nun ja, wir gehen zur todten Zigeunerfuͤrſtin, ver⸗ ſteht ſich im tiefſten Geheimniß. Du entfernſt vorher die Zigeuner von der Leiche.— Geh und erfuͤlle meine Befehle!“
Der Graf entfernte ſich, der Page brachte die ver⸗ langten Kleider und ſchuf den Kaiſer in kurzer Zeit zum gemeinen Landsknecht um.„Als ein Knecht ging ich zuletzt zu ihr. Dazwiſchen liegt der Erzherzog von Oeſt⸗ reich, der Herzog von Burgund, der König von Spa⸗ nien, der deutſche Kaiſer. Wunderbares Schickſal!“
Nach einer Stunde kehrte der Oberkämmerer zuruͤck. Die Zigeunerherberge war in einer engen abgelegenen Gaſſe in einem gemeinen verfallenen Wirthshauſe. Die Leiche lag in einem öden Stalle. Der Kaiſer folgte dem Grafen und ſchloß ſich auf der Straße den beiden Knech⸗ ten an, deren Einer eine brennende Fackel trug. Schwei⸗ gend verfolgten die vier Männer ihren Weg. Die Mit⸗


