und der Zug nach Tunis. 17
Scepter und las dazu aus dem romiſchen Ceremonial, wel⸗ ches ein knieender Kardinal ihm aufgeſchlagen vorhielt, die Worte:„Nimm hin, mein Sohn, das Scepter und ge⸗ brauche es zur Regierung des Reichs, welchem vorzuſtehen Gott, wir und die Kurfuͤrſten Dich wuͤrdig befunden ha⸗ ben“ Der Herzog von Escalon bot dem Papſte das Reichsſchwert dar; er nahm es und ubergab es dem Kaiſer mit den Worten:„Nimm hin dieſes Schwert, und be⸗ diene Dich ſeiner zur Vertheidigung der Kirche Chriſti gegen die Feinde des Glaubens!“
Der Kaiſer that damit drei Streiche in die Luft und ſenkte die Spitze jedesmal zur Erde. Aleſſandro de Medici gab dem Papſte den goldnen, reich mit Edelſteinen ver⸗ zierten Reichsapfel in die Hand, und dieſer uͤberantwortete ihn dem Kaiſer weiter ſprechend:„Dieſe Kugel bedeutet die Welt, die Du mit Tugend, Muth und Treue beherr⸗ ſchen ſollſt“.— Zuletzt uberbrachte Bonifazio Gonzaga, Markgraf von Montferrat, die goldne Krone Karls des Großen. Der Papſt ſetzte ſie auf das geſalbte Haupt. „Nimm, unuͤberwindlicher Kaiſer, die Krone, die vor aller Welt die Dir verliehene Gewalt bezeugt, damit alle Vöͤl⸗ ker, die ihr untergeben ſind, Dich ehren und Dir gehor— ſam ſind!“
Der Kaiſer trat im vollen Ornat an den Altar, legte Hand und Scepter auf das Evangelienbuch und ſchwur den ihm vom Papſt vorgeleſenen Eid, daß er den Papſt und die roͤmiſche Kirche, alle ihre Beſitzthuͤmer, Ehren und
Ein deutſcher Leinweber. M. 2


