Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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Marquis von Aſtorgg den goldnen mit Edelſteinen beſetzten

16 Der große Reichstag zu Augsburg

wie er es ſelbſt von einem Kardinal empfangen hatte. Der Papſt reichte dem Kaiſer, welcher niederkniete, die Hoſtie auf goldner Patelle, und ſtimmte das Gebet an: Herr, ich bin nicht wurdig ꝛc., welches der Kaiſer fort betete und dreimal mit leiſer Stimme wiederholte. Unter vollen Chorgeſaͤngen empfing er die Hoſtie, und ſie dauer⸗ ten bis die Ceremonie des Kelchs voruͤber war. Nach der Segenſprechung ſetzte ſich der Papſt auf einen mit guͤld⸗

nem Stuck belegten Seſſel vor dem Altar nieder; der

Kaiſer begab ſich nach ſeinem Throne zuruͤck, wo ihm die

Kanonikuſſe das Prieſtergewand wieder abnahmen, die hohen adligen Herrn, die ſtatt der Kurfuͤrſten hier waren, ihn dagegen mit den Sandalen und dem von Edelſteinen ſtarrenden Kaiſermantel, der vom byzantiniſchen Kaiſer hofe heruͤbergekommen war, bekleideten. Nun wurde der Kaiſer von den Kardinaͤlen nach der Sakriſtei gefuͤhrt und empfing hier vom Kardinal Farneſe die Salbung an der

rechten Hand, die bis zum Ellnbogen entbloͤßt wurde, und

an den beiden Schulterblaͤttern. Der Kardinal ſprach waͤhrend der Salbung die Formel:Chriſtus ſelbſt gießt uͤber Dein Haupt die Segnung aus und macht ſie Dir bis zum Innerſten Deines Herzens dringen.

Darauf ſchritt der Kaiſer, von den Kardinaͤlen und Hofherrn begleitet, zum Altar, auf welchem die Reichs⸗ kleinodien niedergelegt waren, zuruͤck und kniete vor dem ſitzenden Papſt nieder. Dieſer nahm aus der Hand des