und der Zug nach Tunis. 15
das Krachen des zuſammenbrechenden Gebälks und das furchtbare Geſchrei der Fallenden, Verletzten, Sterbenden, wandte ſich Karl um; noch bläſſer als gewoͤhnlich ſagte er mit lächelnder Miene:„Das weiß ich, daß ich am 24. Februar zweimal geboren worden bin. Vor dreißig Jah⸗ ren in Gent und heute in Bologna.“ Dann trat er in die Kapelle. Der ſelbſtſuchtige herzloſe Fuͤrſt dachte nur an ſich; er erkannte auch jetzt, in dieſem ſchauerlichen Augenblick nur ſein ihm unerſchuͤtterlich getreues Gluͤck, das ihn auch jetzt wieder geſchuͤtzt hatte.
Der Papſt erwartete ihn auf einem Thron ſitzend, der daneben ſtehende um ein paar Stufen niedrigere Thron war fuͤr den Kaiſer beſtimmt. Karl verneigte ſich vor dem Statthalter Chriſti; dieſer erhob ſich und weihete jenen zum Kanonikus von St. Peter und St. Johann im Late⸗ ran. Die Kanonikuſſe ſtimmten einen Chorgeſang an, und der Kaiſer ließ ſich einige Minuten neben dem Papſt auf dem Throne nieder. Nun traten die Ceremonien⸗ meiſter und beiſitzenden Kardinäle zum Papſt, die Kano⸗ nikuſſe von St. Peter und St. Johann im Lateran zum Kaiſer, um ihnen die paſſenden Gewander anzulegen. Der Papſt wurde mit dem großen Pontifical-Ornat, der Kaiſer mit dem geweihten Diakonalkleide angethan. Der Papſt ſchritt zum großen Altar und begann die Feier der Meſſe, von zwei Muſikchoͤren begleitet; der Kaiſer bediente ihn während derſelben als Diakonus, indem er ihm das Waſ⸗ ſer in einem goldnen Becken und gleicher Kanne reichte,


