Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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14 Der große Reichstag zu Augsburg

Don Carlos der deutſchen Fuͤrſten zu ſeiner Kroͤnung als deutſcher Kaiſer! Und Euch geſchieht ſchon recht, Ihr ver⸗ blendeten thoͤrichten deutſchen Fuͤrſten! Wie Ihr das deutſche Volk behandelt habt, ſo behandelt Euch wieder dieſer deuſche Kaiſer. Wahrlich, Franz von Sickingen haͤtte ſich mit der ſilbernen deutſchen Koͤnigskrone in Aachen be⸗ gnügt, aber nur deutſche Maͤnner haͤtten ihn umgeben, nur das deutſche Volk haͤtte ihm zugejauchzt, nur Deutſch⸗ lands Große waͤre ſein Ziel geweſen. Er ruht in der kuͤh⸗ len Erde. Ihr habt ihn geſchlachtet, und der kalte hoͤfliche Spanier hat kein Herz fur Euch. Er kennt nicht das deutſche Volk, er verſteht die großen Ideen nicht, von denen es erfuͤllt iſt; kein Fluͤgelſchlag des Zeitgeiſtes hat ſeine gewohnliche Seele beruͤhrt; er verdammt den maͤch⸗ tigen Drang nach freier Bewegung des deutſchen Geiſtes, den Drang nach Einheit und Groͤße; er will Frieden, Ordnung und Herrſchaft im ſpaniſchen und im paͤpſtlichen Sinne.

und wie merkwuͤrdig! Faſt waͤre ſeinem deutſchfeind⸗ lichen Streben auf dieſem Kroͤnungsgange fuͤr immer ein Ziel geſetzt worden. Der Zug ging uͤber eine neuerbaute hoͤlzerne Gallerie, durch welche der Pallaſt mit der Kirche St. Petronio verbunden worden war. Kaum war der Kaiſer voruͤber und eben im Begriff, in die Kapelle zu treten, welche vor der Kirche am Ende der Gallerie errich⸗ tet worden war, als dieſe unter der Laſt der nachdraͤngen⸗ den Menſchenmaſſe zuſammenſtuͤrzte. Erſchrocken uber