Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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und der Zug nach Tunis. 13

wie es noch kein Menſch geſehen, womit die ſtolzen Spa⸗ nier den Italienern imponiren wollten. Der Glaͤnzendſte war Alvarez Aſſorio Marquis von Aſtorga. Aber auch Aragonien, Katalonien, Navarra hatten ihre zahlreichen Repräſentanten geſendet und nur Männer aus den erſten Adelshaͤuſern. Dasſelbe war mit Neapel und Sicilien der Fall. Aus den uͤbrigen italieniſchen Staaten immer die Bluͤthe des Adels, die nicht hinter den Spaniern zu⸗ ruͤckſtehen wollte. Millionen waren verſchwendet worden an die Huͤlle des Menſchen, um die vermeintliche Stellung zu behaupten. Hierauf kamen die Herolde, nicht etwa der deutſchen, ſondern der ſpaniſchen und italieniſchen Provin⸗ zen. Das Scepter trug der Markgraf von Montferrat, das Reichsſchwert der Herzog von Urbino, den Reichs⸗ apfel der zufällig gekommene Pfalzgraf Philipp, die goldne Kaiſerkrone Karls Schwager, der Herzog von Savoyen. So waren die Aemter der deutſchen Kurfuͤrſten beſetzt. Hinter ihnen trat der Kaiſer in der Mitte zweier italieniſcher Fuͤrſten einher; die Mitglieder ſeines ſpani⸗ ſchen geheimen Raths, ſein Hofſtaat und die fremden Ge⸗ ſandten folgten ihm nach. Er hatte einen langen baby⸗ loniſchen Mantel um, deſſen Schweif ſein Oberkaͤmmerer, der Graf Heinrich von Naſſau trug, und die Koͤnigskrone auf dem Haupte. Ueberall Spanier, Spanier, Italiener, Italiener, ſo weit das Auge blickte. Wo waren die Deut⸗ ſchen? Hier wurde ja der deutſche Kaiſer gekroͤnt! Armes verhoͤhntes Deutſchland! Was bebarf der Spanier