und der Zug nach Tunis. 9
dern gegen den maͤchtig aufſtrebenden und ſich ſeiner Kraft allmaͤlig bewußt werdenden Volksgeiſt. So kam denn ihr Bund zu Stande zur Ehre Gottes und Jeſu Chriſti und zur Erlangung des Friedens und der Ruhe und Ordnung in Europa⸗
Dann gingen Boten vom Kaiſer aus nach Deutſch⸗ land, die Staͤnde des Reichs durch Circularbriefe zu einem großen Reichstage nach Augsburg zu beſcheiden, der am achten Tage des Monats April eroͤffnet werden ſollte.
Unter den vielfachen und verwickelten Verhandlungen und Abſchluͤſſen mit den verſchiedenen italieniſchen Staa⸗ ten verſtrich die Zeit. Der Kaiſer gewann alle Herzen durch ſeine Guͤte, ſeine Maͤßigung. Nur Florenz, das ſich durchaus dem rachſuͤchtigen Mediräer auf St. Peters Stuhl nicht fuͤgen wollte, wurde auf Befehl des Kaiſers vom Prinzen von Oranien belagert.
Der Kaiſer hatte gewuͤnſcht, nach Beendigung dieſer Angelegenheiten ſich in Rom krönen zu laſſen und dann erſt nach Neapel zu gehen, bevor er Deutſchland heim⸗ ſuchte; aber ſein Bruder Ferdinand ſandte ihm Boten auf Boten mit der immer dringendern Mahnung: Karl moͤge unverzuͤglich uͤber die Alpen kommen, um dem gefaͤhrlichen Geiſte in Deutſchland mit der ganzen Macht ſeines kaiſer⸗ lichen Anſehens entgegen zu treten und ihm ſelbſt dann wieder zu Ungarn zu verhelfen. Den Kaiſer trieb es ſelbſt; er gab jenen Plan auf und beſchloß, ſich in Bologna kroͤ⸗ nen zu laſſen. Er beſtimmte ſeinen Geburtstag zu dieſer
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