und der Zug nach Tunis. 5
Jugend wenigſtens, wo jene Gefuͤhle friſch und lauter ſtroͤmen, war ſchon lang fuͤr ihn voruber. In ſeiner Ge⸗ ſtalt, in ſeinen Geſichtszuͤgen war ſchon deutlich jene Raf⸗ finerie der diplomatiſchen Kuͤnſte, gepaart mit einer gewiſſen Verdroſſenheit, ausgeprägt, die ihm eine fuͤr ſein Alter unheimliche Ruhe und ſelbſt ſeinem Laͤcheln etwas von der Kälte des Sonnenblicks, der von einem Gletſcher zuruͤck⸗ prallt, verlieh.
Bald langten Geſandtſchaften von allen Hoͤfen in Genua an, dem Kaiſer Huldigung und Ergebenheit zu bezeigen. Er hatte gegen alle das hoͤfliche Lächeln und die Verſicherung des Friedens und Wohlwollens. Seinen Feinden zeigte er keine Strenge, im Gegentheil waren die Bedingungen, die er fuͤr die Verſoͤhnung ſtellte, aͤußerſt billige. All ſein Streben war die Empoͤrung, den Krieg zu erſticken, Ordnung und Ruhe herzuſtellen, die Seg⸗ nungen des Friedens zu foördern. Von den Florentinern verlangte er ſtreng die Zuruͤckberufung der Medicaͤer, un⸗ bedingte Unterwerfung unter den Willen des Papſtes. Den jungen Herzog Aleſſandro Medici, natuͤrlichen Sohn des Papſtes Clemens von einer Hausmagd, aber fur einen Sohn des letzten Herzogs Lorenzo geltend, von den Flo⸗ rentinern zwei Jahre vorher verjagt, beſtimmte Karl zu ſeinem Schwiegerſohne, d. h. zum Gemahl ſeiner ſieben⸗ jahrigen natuͤrlichen Tochter Margaretha, und hatte ihn ſtets um ſich.
Inzwiſchen bedrohte der Eroberungszug Suleimans


