Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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und der Zug nach Tunis. 3

ſich zum Herrn von Italien zu machen. Wie waren ſie ſeit Jahrhunderten uͤber die Alpen gekommen, die ſtolzen kriegeriſchen deutſchen Oberfurſten mit mächtigen Heeren, um ſich die Kaiſerkrone des heiligen römiſchen Reichs in Rom aufſetzen zu laſſen und das Land ſich unterthänig zu machen, und wieder vertrieben worden! Und dieſer Karl, dieſer merkwuͤrdige Gluͤcksſohn, hatte das ſtolze Ziel erreicht, ohne ſein perſoͤnliches Zuthun; es war ihm Alles wie im Schlafe zugefallen. Und welch ein mächtiger Gebieter war er! Die neuentdeckte Welt, die ungeheure, deren Umfang man noch nicht einmal kannte, aus der man taͤglich Selt⸗ ſameres, Wunderbareres vernahm, und in welcher die Phantaſie ſich in den kuͤhnſten Ausſchweifungen erging, ſie huldigte ihm als ihrem Koͤnig und Herrn; ganz Spa⸗ nien war ſein Erbe, Neapel und Sicilien ſein Eigenthum, Burgund und die Niederlande nannte ihn ihren Herzog, Oeſtreich war ſein Stammland, er war deutſcher Kaiſer! So lang es eine Geſchichte gab, hatte die Welt noch kei⸗ nen ſo maͤchtigen Monarchen geſehen. Dazu ſeine Siege! Seine Siege; es klang merkwuͤrdig; denn er war doch noch nie in einem ernſtlichen Kriege geweſen, hatte noch keine Schlacht geſehen. Und der ſtolze kriegeriſche Fran⸗ zoſenköͤnig, wie der ſtolze kriegeriſche Papſt waren von ſeinen Feldherrn wiederholt geſchlagen und gefangen ge⸗ nommen worden. Der wilde Heinrich von England hatte nichts gegen ihn ausrichten koͤnnen; das reiche Venedig war gedemuͤthigt. 1*