Teil eines Werkes 
Der große Reichstag zu Augsburg und der Zug nach Tunis : 3. Theil (1850)
Entstehung
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2 Der große Reichstag zu Augsburg

Erde ſetzte und von da nach Deutſchland zu ziehen ge⸗ dachte. Sieben volle Jahre hatte er die Laͤnder des heiligen roͤmiſchen Reiches nicht geſehen, hatte Spanien in dieſer Zeit nicht verlaſſen. Es waren gerade die wichtigſten Jahre im Leben des Menſchen, die Jahre der Reife und feſten Geſtaltung des Charakters, die Jahre der Auspra⸗ gung und Vollendung des innern und aͤußern Menſchen, des Ueberganges aus dem Juͤnglings- in das Mannes⸗ alter. Und wie hatte er ſich ausgebildet! Der deutſche Juͤngling, einſt nach Spanien gegangen, um die Erbſchaft der Kronen ſeiner muͤtterlichen Großeltern anzutreten, dann nur auf nicht volle zwei Jahre zuruͤckgekehrt, um ſich in Aachen zum deutſchen Koͤnig kroͤnen zu laſſen und den Reichstag zu Worms zu halten, jetzt kam er als ein voll⸗ endeter Spanier wieder. Er hatte unter den Spaniern nicht allein ſpaniſch regieren gelernt, er hatte den Geiſt ſeines muͤtterlichen Großvaters, Ferdinands des Katho⸗ liſchen, begriffen und ſich ganz zu eigen gemacht.

Viele Tauſende waren aus ganz Oberitalien herbei⸗ geſtroͤmt, ihn zu empfangen, zu begruͤßen, zu ſehen. Es war ein ſo furchtbares Gedraͤnge, daß Viele erdruͤckt wur⸗ den, Andere vom Quai hinabgeſtuͤrzt in den Sewiſſeen des Hafens den Tod fanden.

Dieſer ungeheure Menſchenzudrang, dieſe beiſpielloſe Aufregung in ganz Oberitalien hatten ihren guten Grund. War doch dieſem jungen Kaiſer gelungen, was eigentlich noch keiner ſeiner Vorgänger zu Stande gebracht hatte,