316 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.
gute Lehre des ſpaniſchen Juͤnglings an, und, wie er, die Maske der Volksfreundlichkeit, der billigen Zugeſtaͤndniſſe, der ſuͤßen Verſprechungen vor. Und die guten Bauern hielten die Maske fuͤr ein ehrliches Geſicht. Der Erzher⸗ zog aber ſuchte vor allen Dingen Geld aufzutreiben. Die Fugger, an die er ſich wandte, grollten wegen des ihnen entzogenen Handelsmonopols in Tyrol. Jakob, der waͤh⸗ rend der Abweſenheit ſeiner beiden Neffen Raimund und Anton noch einmal die Leitung des ungeheuern vielzweigigen Geſchaͤfts ganz allein gefuͤhrt hatte, war von der Anſtren⸗ gung, die ihm ſowohl dieſe Arbeit als auch der ſchwere Kummer uͤber den immer drohenden Gang der kirchlichen und politiſchen Dinge verurſacht, erkrankt, und hatte ſich, nach der Ruͤckkehr der Neffen, ganz und gar vom Geſchaͤfte zuruͤckgezogen. Die kirchliche Bewegung vorzuͤglich hatte dem alten Manne den Aufenthalt in der geliebten Vaterſtadt unertraͤglich gemacht. Er lebte nun ſtill auf Schloß Fuggerau, nur noch ſeiner Lieblingsbeſchaͤftigung, dem Bergbau. Er mußte alſo den Anſpruch des Erzher⸗ zogs um ein neues Anlehen an den Neffen Anton verwei⸗ ſen, und dieſer war in Beruͤckſichtigung des Standes der Dinge ſo klug, den Antrag von der Hand zu weiſen. Der Erzherzog ging die Welſer an, und nach mehrwoͤchentlichen Verhandlungen gelang es ihm, gegen Zuſicherung großer Vortheile, das Anlehen von dieſem Hauſe zu erhalten. Dies war im Januar 1525 der Fall. Um dieſe Zeit wurde die Bewegung im Algau immer ſtarker, namentlich


