Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 315

chriſtlichem Verſtand, nach dem Text, zu der Liebe Gottes und des Nächſten dem gemeinen Manne verkuͤnden. Wo ſie aber unter dem Schein des Evangeliums das Volk zu unchriſtlichem Verſtand und Aufruhr anreizen wuͤrden, wodurch dann der gemeine Mann an Seele und Leib Scha⸗ den und Nachtheil erleiden muͤſſe, ſo hoffe er, die Gemeinde werde ihm helfen, ſie, wie recht und billig ſei, zu ſtrafen. Wegen der weltlichen Macht der Geiſtlichen ſolle mit an⸗ dern Stuͤcken auf dem gemeinſamen Ausſchußtage der Erb⸗ lande gehandelt werden, der auf Martini ausgeſchrieben ſei.“— Eine andere Forderung der Tyroler betraf die Abſtel⸗ lung des privilegirten Wucherhandels derFugger in der Graf⸗ ſchaft, wodurch das Land alle Waaren theurer bezahlen mußte, als alle Nachbarlaͤnder, und der gemeine Mann ſehr geſchaͤ⸗ digt wurde. Der Erzherzog ſah ſich jetzt in der Angſt genoͤthigt, dem Volke zu verſprechen, daß das ſchaͤdliche Handelspri⸗ vilegium dem Hauſe Fugger entzogen werden ſolle. Eben ſo gab er hinſichtlich einiger andern Forderungen die be⸗ ruhigendſten Erklaͤrungen; einige wurden ſogar ſogleich erfuͤllt. Genug, der junge Erzherzog war der freund⸗ lichſte, guͤtigſte, geſchmeidigſte Fuͤrſt. Waährend dieſer liebe— vollen Verhandlungen ſchrieb der Erzherzog an das Haupt des ſchwaͤbiſchen Bundes, den Truchſeß von Waldburg, „er moͤge nur mit den Bauern guͤtlich verhandeln, bis er ſein Kriegsvolk beiſammen habe.“ Aehnliche Schreiben gingen an die geiſtlichen und weltlichen Fuͤrſten des ſud⸗ lichen Deutſchlands. Und alle die Herren nahmen die