Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 317

erhob ſich das Volk gegen den treuloſen, wortbruͤchigen Fuͤrſtabt von Kempten, zwar noch nicht in offener Empoͤ⸗ rung, aber doch mit entſchiedener Kraft, um den Rechts⸗ weg wegen der vom Abt erlittenen unſaͤglichen Bedraͤng⸗ niß, Unbill und Rechtsverletzung zu betreten. Auf einem großen Volkstage in der Stadt Kempten wurden drei Maͤn⸗ ner als Ausſchuß gewaͤhlt, Joͤrg Schmidt von Luibas, ge⸗ nannt der Knopf, Joͤrg Taͤuber von Haͤuſern in der Pfar— rei Lauben und Konrad Meier von Goͤtzen in der Pfarrei Bezigau. Sie erließen ſogleich eine Proteſtation gegen das Verfahren des Fuͤrſtabts an den ſchwaͤbiſchen Bund und den Kaiſer, worin ſie verlangten, daß uͤber ihre Be⸗ ſchwerden rechtlich entſchieden werden moͤge. Sie erboten ſich, alle Abgaben, auf die der Abt ein urkundliches Recht nachwieſe, ihm ohne Widerrede zu entrichten, doch ſprachen ſie auch die Erwartung aus, daß der Bund den Fuͤrſten abhalten werde, vor dem Ausgang des Rechtsſtrei⸗ tes etwas Feindliches gegen ſie zu unternehmen. Der Fuͤrſtabt reichte ebenfalls eine Klage gegen ſeine Untertha⸗ nen beim ſchwaͤbiſchen Bunde in Ulm ein, worin er ſie be⸗ ſchuldigte, ſie haͤtten eine Verbindung gegen das Gottes⸗ haus und den Bund gemacht, ihr Thun ſei freventliche Empoͤrung. Er forderte des Bundes bewaffnete Huͤlfe. Die Herren Bundesraͤthe in Ulm beeilten ſich gegen Ge⸗ wohnheit Geſandte an die kemptiſche Landſchaft zu ſchicken, welche den ſuͤßeſten Honig im Munde fuͤhrten. Alle Be⸗ ſchwerden der Bauernſchaft ſollten in Guͤte durch recht⸗