310 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.
Waſſer Oel ins Feuer. Die Flammen brachen nun uͤber⸗ all maͤchtig hervor und liefen von den Alpen des Ober⸗ algäus, den hohen Scheidegebirgen des Inn- und des Donaugebiets, zu beiden Seiten mit Windeseile uͤber die Erde hin ſuͤdlich durch das Tyrolerland, noͤrdlich bis zum Harz hinauf, zum Beweis, daß die Revolution uͤberall eine moraliſche Nothwendigkeit geworden war. An allen Orten und Enden rotteten ſich bewaffnete Bauernhaufen zuſam⸗ men, waͤhlten ſich Fuͤhrer und ſtuͤrzten mit graͤßlicher Zer⸗ ſtoͤrungswuth uͤber Burgen und Kloͤſter her. Aher es wa⸗ ren eben nur die Bewohner der Doͤrfer und der kleinen Staͤdte. Die reichen und behaglichen Buͤrger der groͤßeren Staͤdte hielten ſich theils von der Volkserhebung gegen die himmelſchreiende Gewalt fern, theils ſuchten ſie dieſelbe in Gemeinſchaft mit den Fuͤrſten und dem Adel zu unter⸗ druͤcken und zu bekaͤmpfen.
Zuerſt trat das politiſche Element allein in der Bewe⸗ gung hervor; die Bauern forderten mit wahrer deutſcher Beſcheidenheit nur die gerechteſte Erleichterung ihrer un⸗ erträglichen Laſten. Ueberall in den deutſchen Landen ſetz⸗ ten ſie ihre Beſchwerden bald in mehr, bald in weniger Punkten ſchriftlich auf und verlangten von der Obrigkeit Abhuͤlfe derſelben. In den Gauen des Oberlandes waren es meiſt ſechszehn Artikel, in Unterſchwaben und Franken zwoͤlf, welche in vielen tauſend Abſchriften ſchier von Haus zu Haus getragen wurden. Eswarauchnichtein unbilliger Punkt darunter, im Gegentheil haͤtten die Bauern das natuͤrliche
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