Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 311
Recht gehabt noch viel mehr zu fordern. Inzwiſchen ließen ſich die Haufen beſchwichtigen, da ihnen die Herrn verſprachen mit ihnen zu Recht zu verhandeln, und wirk⸗ lich gingen ſie in Oberſchwaben auseinander, als ſie die ſchoͤnſten Verſprechungen, daß ihnen zu Recht erkannt werden ſollte, erhalten hatten. O wie oft ſchon hat ſich das Volk von ſeinen Draͤngern durch ſchoͤne Verſprechun⸗ gen täuſchen laſſen und iſt doch niemals durch ſolche Täu⸗ ſchung gewitzigt worden! Aber die oͤſtreichiſche Regierung fachte den Aufruhr ſelbſt wieder an, indem ſie das religioſe Element ihm gewaltſam einimpfte. Die drei Regierun⸗ gen zu Innſpruck, Stuttgart und Enſisheim verfolgten, von der erzherzoglichen Kanzlei zu Innſpruck geleitet, mit dem wuͤthendſten Fanatismus alle Prediger und Anhaͤnger des Evangeliums. Sie ließen die Prediger, deren ſie hab⸗ haft werden konnten, enthaupten, haͤngen und verbrennen verbreiteten in den Orten, wo die Lehren Luthers und Zwinglis Wurzel geſchlagen hatten, Mord und Verderben mit Feuer und Schwert. Dadurch ſteigerte ſich die Er⸗ bitterung des Volkes zur gräßlichſten Wuth. Dazu kam, daß die Bauern bald inne wurden, wie wenig die Herren gewillt ſeien, ihre in der Noth gegebenen Verſprechungen zu halten. So ſtark und drohend auch die Anzeichen des Voͤlkerſturms ſeit Jahren waren, ſo hatten doch gerade die⸗ jenigen, welche die Erbitterung durch freche und grauſame Handlungen, durch Spott und Hohn heraufgerufen hatten, am wenigſtens daran geglaubt. Sie hielten das gemeine
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