Fünfzehntes Rapitel.
Der Sturm war ausgebrochen, der ſchon lange in den aufgeregten Geiſtern gedroht, und brauſte von dem hoch⸗ gelegenen Alpenlande Oberſchwabens durch die Thaͤler hinab nach der Donau zu, die bis zu ihren eigenen Quel⸗ len im Schwarzwald hinauf aufſtaͤndiſche Bauern in hel⸗ len Haufen beiſamen ſah. Statt auf die uͤberall ſich zei⸗ genden Vorboten des Sturmes zu achten und die ſtraff gefaßten Zuͤgel der unmenſchlichen Gewalt und Volksbe⸗ druͤckung locker zu laſſen, zogen die verblendeten weltlichen und geiſtlichen Herren ſie nur noch ſtaͤrker an, und die Grauſamkeiten gegen den ſchwergedruͤckten gemeinen Mann ſteigerte ſich in der letzten Haͤfte des Jahres 1524 zu nie erhoͤrter Willkuͤhr und der ſchamloſeſten alles menſchliche Gefuͤhl verhoͤhnenden Frechheit, waͤhrend die Flaͤmmchen bereits hie und da aus dem gluͤhend heißen Boden empor⸗ leckten. Wie von einem boͤſen Daͤmon getrieben, goßen die uͤbermuͤthigen und boshaften Draͤnger des Volkes ſtatt


