50 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.
Magd, Dein Knecht, Alles was Du willſt, wenn Du mir Stillung dieſes gluͤhenden Rachedurſtes in Ausſicht ſtellſt. Befiehl mir, reicher Mann, befiehl mir, der Bettlerin! Was ſoll ich thun? Was ſoll ich vollbringen, Deinen herr⸗ lichen Plan zu unterſtuͤtzen?“
„Wir beduͤrfen vor allen Dingen der Bauern. Sie muͤſſen vorſichtig vorbereitet werden auf das, was geſchehen ſoll. Gedruͤckt, gepreßt, geſchunden ſind ſie zwar genug, und der Geiſt der Empoͤrung— Dank ihren Peinigern — auch in ihnen; in allen Gauen Oberſchwabens, am Rhein, im Schwarzwald und weiter haben ſie große Luſt
wieder einen Bundſchuh aufzurichten. Ihrem Geiſte fehlt
aber noch das rechte Feuer, ihrer Bewegung die rechte Richtung. Sie muͤſſen erfahren, fuͤr was ſie ſich zu er⸗ heben haben. Das Ziel muß ihnen gezeigt werden, auf welches ſie hinzuarbeiten haben; ſie muͤſſen alle unterein⸗ ander verbuͤndet werden. Und dies ſei Eure Aufgabe, Frau; Eure wichtige Aufgabe. Ihr ſeid ſchon ſonſt als Mann verkleidet als mein Bote hinuͤber gegangen nach Krain und Kaͤrnthen, Ihr habt ſchon ganz Schwaben als Bilderhändler durchwandert. Sucht alſo Euern Bilder⸗ kram und Eure Maͤnnerkleider wieder hervor und tretet
die Wanderung wiederum an. Wendet Euch zuerſt in
den Allgaͤu und in den Schwarzwald. Wißt Ihr: als
Karſthans ſollt Ihr gehen, als jener beruͤhmte Karſthans Ulrichs von Hutten; der Bquernfreund, den er dichteriſch in ſeinem Buͤchlein geſchaffen, ſoll in Euch zur Wirklich⸗
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