Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 31
keit werden. Und das Buͤchlein ſelbſt ſollt Ihr unter den Bauern verkaufen oder verſchenken, wie's kommt, und dazu ſagen: ſeht, dieſer Karſthans bin ich ſelbſt und will euch das Evangelium der Freiheit noch muͤndlich verkuͤnden. Dann belehrt ſie, was ſie zu thun haben, um den roͤmiſchen Papſt und all das Pfaffengeſchmeis los zu werden und die laͤſterliche Fuͤrſten⸗ und Adelsbrut dazu.“
„Ich will's!“ rief Eleonore jubelnd.„Als Karſthans will ich das ganze Land durchziehen und den Bauer r auf⸗ ſtacheln und aufhetzen gegen die verfluchten Dränger.“
Sie reichten ſich die Haͤnde und ſchloſſen den Bund.
„Und wo iſt Eure Schweſter Martha?“ fragte Fug⸗ ger.„Wuͤrde ſie keine Rolle in unſerm Spiele uͤber⸗ nehmen?“
„Ich weiß nicht, wo ſie iſt. Ich habe nichts wieder von ihr gehoͤrt, ſeit ſie mit dem Doktor Fauſt von dannen gezogen iſt.“
Ulrich verließ die kuͤhne Frau in ſpaͤter Nacht. Nach einigen Tagen war ſie wieder aus ihrem Haͤuschen ver⸗ ſchwunden. Aber auch Ulrich Fugger verweilte nicht lange in der Stadt. Nachdem er bei ſeinem Ohm Jakob be⸗ deutende Summen aufgenommen, angeblich zu einem gro⸗
ßen Geſchaäft mit Venedig, reiſte er nach Schwaz zuruͤck,
um durch geheime Agenten die Bergleute, Hirten und Bauern des Innthales und des benachbarten Hochlandes zu bearbeiten.“


