Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 49

Euch Gelegenheit geben, Euern Eifer gegen die verhaßten Großhaͤnſe in Thätigkeit zu ſetzen und Eurer Natur den Willen zu thun.“ Und er ergriff ihre Hand und ſprach mit einer gewiſſen Feierlichkeit:„Frau Eleonore, es han⸗ delt ſich um nichts Geringeres, als den herzloſen Knaben, den uns die hohe Staatsweisheit der Kurfuͤrſten im Bunde mit dem Gelde meines Ohms zum Kaiſer gegeben, wieder vom Throne zu werfen und einen wuͤrdigen Mann hin⸗ aufzuheben. Es handelt ſich darum, die Macht der Fuͤr⸗ ſten und des Klerus mit Einem Schlage zu brechen, das deutſche Volk vom ſchmaͤhlichen Druck zu befreien und die Freiheit und Einheit Deutſchlands unter einem ſtarken Volkskaiſer herzuſtellen. Und dieſer Kaiſer wird Franz von Sickingen, ſein Reichskanzler wird Ulrich von Hutten ſein. Daraus entnehmt, wie es ferner um die Macht des Papſtes und der hohen Pfaffheit beſtellt ſein wird.“

In Eleonorens Augen hatte ſich waͤhrend Fuggers Rede ein unheimlicher Glanz entzuͤndet, der mit jedem ſei⸗ ner Worte zunahm; zuletzt leuchteten ſie wie beutegierige Tigeraugen; ihre Geſichtszuͤge waren mit dunkler Glut uͤbergoſſen, die Narben darin funkelten wie Flaͤmmchen; ihre Hand ergriff krampfhaft Fuggers Hand und mehr ſtöhnend oder heulend als ſprechend ſtieß ſie die Worte heraus:„Dem Knaben Karl! Dem winzigen Kaiſerlein! Seinem Knaben! Und den Pfaffenfuͤrſten! Ja ich bin

Dein, reicher Fugger, mit Leib und Seele Dein! Deine Ein deutſcher Leinweber. VII. 4