Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 43

daß ihn in ihrer Nähe ergriff und ihn auch nicht wieder verließ, wenn er ſie nicht ſah; es hatte viel Aehnliches mit dem Gefuͤhle, das ihn in der Kirche bei der Verkuͤndigung des reinen Gotteswortes, beim Genuß des Leibes und Blu⸗ tes Chriſti uͤberkam; und als er nun in ihrem Beiſein und mit ihr und allen Bewohnern und Gaͤſten der Ebern⸗ burg das geſegnete Brot und den Wein genoß und ſich bei dieſen heiligen Pfaͤndern des Glaubens zu der reinen und wahren Lehre Chriſti bekannte, da war es ihm ſtets, als ſei er von Engelsfluͤgeln getragen, von Engelshaͤuptern um⸗ ſchwebt, aus denen Johanna's Antlitz, als das eines Engels hervorſtrahle. Noch niemals hatte ſich der ſtille ſchwaͤrme— riſche Juͤngling in einer ſo hochbegeiſterten Stimmung be⸗ funden; es war der feierlichſte Tag ſeines Lebens, und es war im ſtets, als muͤſſe er vor der heiligen Johanna nie⸗ derſinken und ſie anbeten. Aber auch nur ein einziges Wort an ſie zu richten, vermochte er nicht, und nur zu⸗ weilen wandte er bei Tafel, oder wo ſie ſonſt zuſam⸗ men waren, einen verſtohlenen Blick auf ſie. Traf es ſich dann, daß ihr unbefangenes ruhiges Auge dem ſeinigen be⸗ gegnete, ſo ſchlug er es ſchnell und hocherroͤthend zu Boden, als ſei er auf einer Unziemlichkeit betreten worden.

Auf dieſe Weiſe verſtrich dem ſtillen wunderlichen Schwaͤrmer die Zeit des Aufenthalts auf der gefeierten Burg. Vom Ritter Franz und den zahlreichen Freunden desſelben, ſowie vorzugsweiſe von den Frauen guͤtig behan⸗ delt, ſelbſt von Johanna nicht ſelten mit einem freund⸗