44 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.
lichen Worte begluͤckt, das er in ſeiner ſeligen Befangen⸗ heit aber ſelten zu erwiedern den Muth fand, lebte Hiero⸗ nymus in einem anhaltenden erhoͤhten Zuſtand; aber nie⸗ mand ahnte, von welcher Seite demſelben die ſtaͤrkſte Nah⸗ rung kam. Er wufßte es ſelbſt nicht recht. Die Verhand⸗ lungen zwiſchen Sickingen, Hutten und Ulrich Fugger ge⸗ diehen unterdeſſen zu Ende; die Vertraͤge waren abge⸗ ſchloſſen, und die Abreiſe feſtgeſetzt. Da erwachte in Hie⸗ ronymus der Schmerz der Trennung, und dieſer ſteigerte ſich ungemein, als er in einem Zwiegeſpraͤch mit ſeinem Bruder erfuhr, daß Johanna in Kronenberg, der Burg und Stadt ihres Schwahers Hartmuth, die Bekanntſchaft eines jungen Adeligen aus dem fraͤnkiſchen Geſchlecht der Roſenberge gemacht, daß der Vater deſſelben bereits bei Sickingen habe anfragen laſſen, und die Werbung von Sickingens Schwager, dem Ritter Goͤtz von Berlichingen, unterſtuͤtzt worden ſei, Sickingen und ſeine Anhänger ſich aber ſchmeichelten, durch dieſe beabſichtigte nahe verwandt⸗ ſchaftliche Verbindung mit einem ſo beruͤhmten, reichen, angeſehenen und zahlreichen Geſchlecht, wie das der Roſen⸗ berge, einen maͤchtigen Anhang mehr zu gewinnen. Hieronymus wußte nun plotzlich, daß er Johanna liebe, aber er verſchloß den Schmerz, ſie an einen andern Gluͤcklichen zu verlieren, feſt und tief in ſeine Bruſt, und nur als er der Geliebten die Hand zu Abſchied reichte, zitterte ſie, und eine Thräne fiel auf die ihrige. Das unbefangene Maͤdchen ahnete am wenigſten, was in dem bleichen zarten


